September 20, 2021

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Junge in Wittenberg überfallen und getreten: Polizei ehrt mutige Helfer für ihre Zivilcourage und Ergreifung des Täters

Ein 15-jähriger Jugendlicher stand am 03.07.2021 um 20.05 Uhr nichts Böses ahnend mit seinem Moped in der Schlossstraße an der roten Ampel, als er von einem ihm unbekannten 26-Jährigen auf Englisch angesprochen wurde. Dieser habe ihn gefragt, ob er auf dem Moped mitfahren könne. Das verneinte der Jugendliche. Nicht zuletzt hat sein Moped auch nur einen Sitz.

Der Unbekannte griff den Jugendlichen daraufhin unvermittelt mit Schlägen und Tritten an. Dadurch kam er zu Fall. Der Täter trat ihn in der Folge mehrfach gegen den Kopf, der durch einen Helm geschützt war, und in den Bauch. Der 15-Jährige hatte großes Glück, er hatte gleich 12 Schutzengel!

Insgesamt vier voneinander unabhängige Zeugen sahen die Tat und verfolgten den flüchtenden Täter. Im Park konnten sie ihn stellen. Vier weitere Zeugen eilten zu Hilfe und hielten den Täter, der sehr aggressiv war und immer wieder flüchten wollte, bis zum Eintreffen der alarmierten Polizei mit fest.

Währenddessen kümmerten sich ein Ehepaar und zwei weitere Zeugen um den Jugendlichen. Er wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Glücklicherweise erlitt er nur leichte Verletzungen und konnte anschließend wieder nach Hause.

Die Wittenberger Revierleiterin Kriminaloberrätin Nadine Gößling ließ es sich nicht nehmen, diese hilfsbereiten und mutigen Menschen, die ein Höchstmaß an Zivilcourage bewiesen haben, kurzerhand ins Polizeirevier einzuladen und ihnen ein großes Dankeschön auszusprechen. Gerade in der heutigen Zeit ist ein solches Verhalten nicht selbstverständlich.

Coronabedingt fand die Ehrung in zwei Gruppen am 14.07.2021 und am 27.07.2021 statt.

Auch dem 15-Jährigen und seiner Mutter war es ein großes Bedürfnis, an beiden Veranstaltungen teilzunehmen, um sich persönlich bei allen für die Hilfe zu bedanken. Dass es so viel Zivilcourage gab, war auch für sie überwältigend. Nicht auszudenken, was hätte noch passieren können, wenn niemand geholfen hätte.

In diesem Fall war die Anwesenheit so vieler helfender Menschen ein glücklicher Umstand. In anderen Fällen sehen sich vielleicht auch Einzelne mit einer solchen Situation konfrontiert, oder aber es agieren zwei oder mehrere Täter. In diesen Fällen ist es wichtig, unmittelbar die Polizei zu alarmieren. Auf gar keinen Fall muss man sich selbst in Gefahr bringen – dann ist niemanden geholfen. Hilfreich ist es bereits, wenn der Polizei sachdienliche Informationen zum Geschehen und zum Täter gegeben werden können, wie beispielsweise eine Personenbeschreibung, die Fluchtrichtung oder das Kennzeichen eines mitgeführten Kraftfahrzeugs des Täters.