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Archäologische Grabungen in Landsberg: Spuren zweier Mittelalterlicher Burgen entdeckt

Okt 5, 2021

Die Doppelkapelle St. Crucis in Landsberg, die sich eindrucksvoll auf einem Porphyrfelsen über die Landschaft erhebt, ist das letzte obertägig erhaltene Zeugnis dafür, dass sich hier einst eine bedeutende Burg aus dem 12. Jahrhundert befand. Deren Überreste stehen nun erstmals im Fokus einer Lehr- und Forschungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Bereits wenige Wochen nach Beginn der Untersuchungen zeichnen sich spannende und aufschlussreiche Erkenntnisse zum Leben auf der mittelalterlichen Burg ab.

Die auf einer markanten Porphyrkuppe weithin sichtbare Doppelkapelle St. Crucis in Landsberg stellt nicht nur eine eindrucksvolle Landmarke, sondern auch ein besonderes Kleinod auf der Straße der Romanik dar. Zugleich ist der Bau das einzige obertägig sichtbare Zeugnis einer bedeutenden Burg. Diese wurde im 12. Jahrhundert von Dietrich, einem Sohn des Markgrafen Konrad von Meißen, errichtet und war bis Anfang des 13. Jahrhunderts namengebend für eine Nebenlinie der Wettiner. Nach der Mitte des 14. Jahrhunderts geriet die Burg in Verfall, ohne dass es Hinweise auf eine gewaltsame Zerstörung gäbe. Erhalten blieb lediglich die Doppelkapelle, die 1662 das erste Mal nachweislich instand gesetzt wurde. Die herausragende Qualität dieser Doppelkapelle in Hinblick auf ihre Architektur und Bauornamentik lässt für die verschwundenen Gebäude der Burg Vergleichbares vermuten. Unter anderem sind Ofenkacheln entdeckt worden. Ebenso entdeckt wurden Kulturschichten aus dem 9. bis 11. Jahrhundert, vermutlich von einer Vorgängerburg.

Die Burganlage steht nun erstmals im Mittelpunkt einer archäologischen Lehr- und Forschungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Seit Anfang September 2021 widmen sich die Untersuchungen insbesondere der Frage nach der Lage des Palas sowie nach einer möglichen Vorgängeranlage der Burg. Um hierüber Aufschluss zu erlangen, wurden drei Schnitte angelegt, in denen noch bis Mitte Oktober vier Studenten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, unterstützt durch einen Grabungsarbeiter, in der Methodik archäologischer Ausgrabungen und Dokumentation ausgebildet werden.

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