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Milliarden-Investition: Intel baut Mega-Chipfabrik in Magdeburg – bis zu 10.000 Jobs

Mrz 15, 2022 ,

Intel wird in Magdeburg investieren. Das hat der Chiphersteller heute bekanntgegeben. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff erklärt dazu: „Die intensiven Gespräche, die die Landesregierung und die Stadt Magdeburg in den letzten Monaten mit Intel führten, haben sich ausgezahlt. Wir haben uns als ein hervorragender Standort mit Zukunft präsentiert und freuen uns jetzt auf viele tausend neue Arbeitsplätze und eine Milliardeninvestition für Sachsen-Anhalt. Das ist eines der größten Investitionsvorhaben in Deutschland und Europa und ein Quantensprung für Sachsen-Anhalt, ein Meilenstein für den ostdeutschen Wirtschaftsraum und ein guter Tag für ganz Deutschland. Die Menschen in Magdeburg und Sachsen-Anhalt heißen Intel herzlich willkommen!“

„Unsere umfangreiche Bewerbung, die vielen Gespräche und nicht zuletzt die Schaffung der planerischen Voraussetzungen für den Eulenberg haben sich gelohnt. Der geplante Bau der Mega-Chipfabrik von Intel wird die bislang größte Investition in der Geschichte unserer Stadt. Mein Dank gilt allen, die sich in den vergangenen Monaten für Magdeburg als Standort eingesetzt haben, insbesondere dem Unternehmen Intel, der Europäischen Union, der Bundesregierung, dem Land Sachsen-Anhalt und dem Stadtrat. Das Vorhaben des Chip-Herstellers wird der Entwicklung unserer Stadt eine neue Dynamik geben, die Magdeburg zu einem Wirtschaftszentrum in der Mitte Europas wachsen lässt“, betonte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.

Wirtschaftsminister Sven Schulze betonte: „Das Land Sachsen-Anhalt ist sehr stolz darauf, dass sich mit Intel ein Weltkonzern hier in Magdeburg ansiedelt. Das sorgt nicht nur für einen Schub für unsere heimische Industrie, sondern stärkt insbesondere unseren Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt. Wir werden weiter hart daran arbeiten, die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, um Intel einen guten Start und nachhaltige Bedingungen zu gewährleisten.“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Marcus Faber sagt: “Die Ansiedlung der Intel-Chipfabrik ist eine tolle Nachricht für Sachsen-Anhalt und Deutschland. Mit vielen neuen Arbeitsplätzen und Chipproduktion vor Ort wird die Region nachhaltig gestärkt sowie die Abhängigkeit von Importen verringert.”

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle begrüßte die Mega-Investition und gratulierte der Stadt Magdeburg zu dem Erfolg ihrer Ansiedlungspolitik: “Das ist nicht nur für die Landeshauptstadt ein Meilenstein, sondern für ganz Sachsen-Anhalt. Es zeigt sich, dass Magdeburg eine gute Perspektive als Industriestandort hat. In Ostdeutschland wird Zukunft gemacht, und zwar nicht nur in Leipzig und Berlin.”

Die Ansiedlung zeige, dass der schon von Armin Willingmann eingeschlagene Kurs richtig war, sich auf Zukunftsinvestitionen zu konzentrieren. Pähle: “Dadurch ist die maßgebliche Grundlage für diese Investitionsentscheidung geschaffen worden. Gleichzeitig haben der Stadtrat von Magdeburg und Oberbürgermeister Lutz Trümper die Zeichen der Zeit erkannt und die Region zu einem Top-Standort für Investitionen gemacht“, so die Fraktionsvorsitzende weiter.

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat am heutigen Dienstag die Ansiedlung einer Chipfabrik des US-Konzerns Intel in Magdeburg ausdrücklich begrüßt. “Die milliardenschwere Ansiedlung ist für die Landeshauptstadt Magdeburg ein spektakulärer und zugleich verdienter Erfolg”, erklärte Willingmann. “Mit dem Chipwerk wird der gesamte Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt aller Voraussicht nach trotz Corona-Krise und Ukraine-Krieg über Jahre hinweg erheblichen Schub erhalten. Die Ansiedlung zeigt auch auf, dass es in den vergangenen fünf Jahren richtig war, Wirtschaft und Wissenschaft enger zu vernetzen und gezielt in beide Bereiche zu investieren. Diese Verknüpfung trägt wesentlich zur Attraktivität des Landes für Investoren bei.”
Zum Ansiedlungserfolg beigetragen hätten auch die erfolgten Weichenstellungen in der Hochschulstruktur des Landes. “Dank der technischen Ausrichtung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und eines komplementären Angebots der Hochschule Magdeburg-Stendal wird Intel in den kommenden Jahren erstklassig ausgebildete Fachkräfte aus der Region einstellen können. Ich erwarte zudem, dass sich durch die Ansiedlung auch Forschungskooperationen mit der Universität sowie den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes ergeben werden. Sachsen-Anhalt hat beste Voraussetzungen, sich weiter zu einem Land der Zukunftstechnologien zu entwickeln”, erklärte Willingmann.
Auch als Umweltminister werde er die geplante Ansiedlung weiterhin konstruktiv begleiten, um eine zügige Umsetzung der Investition und Aufnahme des Betriebs zu ermöglichen.

Die Ansiedlung von Intel in der Landeshauptstadt wird sich auf ganz Sachsen-Anhalt positiv auswirken, begrüßt die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die heutige Ankündigung des Chipherstellers. „Diese Technologieansiedelung ist für Sachsen-Anhalt in einer bisher unbekannten Größenordnung und wird große Strahlkraft entfachen. Es gilt, klug mit Intel und den Folgeansiedelungen umzugehen, damit diese Dreh- und Angelpunkt eines neuen Standbeins der Wirtschaftsstruktur hierzulande wird. Das muss bei der Innovationsstrategie des Landes bedacht werden. Die Leitmärkte, die das Land voranbringen sollen, müssen entsprechend angepasst werden, damit das Konzept der sachsen-anhaltischen Wirtschaftspolitik stimmig ist“, sagt Olaf Meister, wirtschaftspolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion. „Die Chancen für einen Schub im Bereich der Wissenschaft sind riesig, vielfältige Kooperationen mit den Hochschulen im Land liegen nahe. Wir erwarten, dass die Vernetzung der Wirtschaft mit der Wissenschaft und den Hochschulen eingefädelt wird, um noch mehr aus der erfreulichen Ansiedelung zu machen. Genauso hoffnungsfroh bin ich, dass auch mehr Studierende nach ihrem Abschluss in Stadt und Land bleiben und zur erfolgreichen Entwicklung Sachsen-Anhalts beitragen. Wissenschaftliche Zukunftsthemen der Chip-Technologie, KI (künstliche Intelligenz) und IT (Informationstechnologien) könnten an unseren Hochschulen einen Satz nach vorn machen“, so der wirtschaftspolitischer Sprecher.  Meister weist jedoch auf die ökologischen Folgen der Ansiedlung hin: „Wir müssen gerade im Hinblick auf den enormen Strom- und Wasserverbrauch der Ansiedelung auch die ökologischen Folgen im Blick haben. Problematisch ist auch die Flächenversiegelung. Da muss an möglichst nachhaltigen Lösungen gearbeitet werden.“

Der wirtschafspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Ulrich Thomas, hat die Ansiedlung von Intel als großartigen Tag für den Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland bezeichnet.  Dass der amerikanische Chip-Riese nach Sachsen-Anhalt und nach Magdeburg komme, belege die Anziehungskraft der gesamten Region. Sachsen-Anhalt ist inzwischen der attraktivste Standort für Investitionen mitten im Herzen Europas. Das aktuelle Investitionsvolumen würde selbst das Brandenburger Tesla-Werk bei Weitem in den Schatten stellen. „Die klare Botschaft ist, Ostdeutschland und Sachsen-Anhalt entwickeln sich. Neue, zukunftsfähige und gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Die blühenden Landschaften sind Realität. Ich danke allen, die über Monate hart für die Ansiedlung gekämpft haben. Die Mannschaftsleistung von Bund, Land und der Stadt Magdeburg hat schlussendlich den Zuschlag für die Investition von Intel gegeben“, so Thomas. Für die zuständigen Wahlkreisabgeordneten Andreas Schumann und Guido Heuer ist die Intel-Ansiedlung ein großartiger Erfolg kommunalpolitischer Bemühungen. Magdeburg habe sich gegen zahlreiche internationale und nationale Standorte durchgesetzt. Damit würde die Landeshauptstadt wieder an ihre erfolgreiche Industriegeschichte anknüpfen können. „Die Investitionsentscheidung wird eine hohe Strahlkraft entwickeln und weitere Investitionen anziehen. Das wird sich dauerhaft positiv auf die Entwicklung der Infrastruktur und die Lebensqualität in der Stadt Magdeburg auswirken. Trotzdem beginnt die Arbeit jetzt. Die Planungen müssen rasch umgesetzt, Fachkräfte gefunden und der Standort erschlossen werden“, so Schumann. „Die CDU-Fraktion fordert seit Langem eine wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas in systemrelevanten Branchen. In Zukunft wird die Landeshauptstadt Magdeburg ihren Anteil am europäischen Halbleiterbedarf und an der Chipproduktion für Computer beisteuern“, so Heuer.

“Es freut mich sehr, dass Intel sich in Sachsen-Anhalt mit einem großen Werk ansiedeln wird. Die Entstehung von mittelfristig bis zu 3.000 Arbeitsplätzen in Magdeburg ist ein riesiger Erfolg für die Region und Ausdruck der Leistungsfähigkeit des Wirtschafts- und Forschungsstandortes Sachsen-Anhalt”, sagt die CDU-Europaabgeordnete Karolin Braunsberger-Reinhold. “Die neue Intel-Fabrik in Magdeburg wird als eines der ersten Projekte vom Europäischen Chips Act profitieren. Die Europäische Union hat dieses Gesetz erst vor wenigen Wochen verabschiedet und stellt insgesamt 43 Milliarden Euro Fördermittel für den Aufbau einer eigenen Halbleiterproduktion in der EU zur Verfügung. Neben Forschungs- und Produktionskapazitäten soll auch die Vernetzung der in diesem Markt tätigen Unternehmen gestärkt werden, um Europa unabhängiger von Importen zu machen.”

Im Rahmen eines Webcast hat Intel-CEO Pat Gelsinger die aktuellen Pläne des Unternehmens mit Blick auf Investitionsentscheidungen in die Forschung und Entwicklung, sowie die Fertigung hochmoderner Halbleiter in der EU vorgestellt. Maßgebliches Ergebnis ist unter anderem, dass in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt zwei Halbleiterfabriken gebaut werden, bei denen nach Unternehmensangaben mehr als 10.000 Arbeitsplätze entstehen sollen.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zeigt sich über die Bekanntgabe erfreut: „Die Ansiedlung Intels ist ein wichtiges Zeichen für die ganze Region und kann unglaubliche Sogwirkung auch für andere wirtschaftliche Bereiche entfalten. Sachsen-Anhalt kann das Silicon Valley Ostdeutschlands werden und sich zum wahren Jobmagnet entwickeln. Auch für junge Fachkräfte aus dem IT-Sektor ist das ein unglaubliches wichtiges Signal für ihre Zukunft und den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt!“
Der Gewerkschafter ergänzte, dass die Ansiedlung im Kontext des globalen Halbleitermangels und der weltweiten Chipkrise einen besonderen Stellenwert darstellt: „Die Europäische Union und gerade Deutschland als Hochtechnologieland, haben einen Bedarf an solchen Produkten. Dass perspektivisch in nächster Nähe Chips gefertigt werden können, ist ein Schritt um uns von der Abhängigkeit von Fernost und den damit verbundenen Risiken, die wir weltweit sehen, unabhängiger zu machen. Klar ist: Unsere Wirtschaft und damit verbunden unsere Arbeitsplätze brauchen robuste, global diversifizierte Lieferketten!“
Der Verhandlungsführer der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt sendet eine deutliche Botschaft an den US-amerikanischen Halbleiterhersteller: „In Sachsen-Anhalt werden Mitbestimmung und Tarifverträge großgeschrieben. Gute Arbeit und entsprechende Rahmenbedingungen sorgen für zukunftsfeste Arbeitsplätze und faire Entgelte schaffen Perspektive und erhöhen die Attraktivität bei der Gewinnung der notwendigen Fachkräfte. Betriebsräte und Gewerkschaft sind Zukunftstreiber: Wenn Intel kommt, ist die IG Metall schon da!“

Gürth: Welcome Intel!

Der Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in Sachsen-Anhalt (MIT), Detlef Gürth, hat die Intel Ansiedlung als Meilenstein in Mitteldeutschlands bezeichnet. Damit knüpfe die Region an ihre aufregende Vorkriegsgeschichte an. Diese Investition sei die größte seit Jahrzehnten in ganz Deutschland. „Wir begrüßen Intel herzlich. Ich danke allen Beteiligten, die in monatelangen Verhandlungen für diese großartige Ansiedlung gekämpft haben. Damit wird Magdeburg zum künftigen Centrum der Halbleiterindustrie in Europa“, so Gürth in einer ersten Stellungnahme. 

Die heute verkündete Großansiedlung des Chip-Herstellers Intel Europa kommentiert die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Eva von Angern:

„Intel hat heute verkündet, eine Großansiedlung in Magdeburg vorzunehmen. Die Freude über die Schaffung von tausenden Arbeitsplätzen in der Landeshauptstadt ist groß. Auch wir begrüßen den wirtschaftlichen Aufschwung für unser Sachsen-Anhalt und hoffen auf zahlreiche positive Effekte für das Land. Auf diesen Aufbruch hat Magdeburg jedoch auch über drei Jahrzehnte lang gewartet. Hier in Magdeburg haben Wissenschaft und Forschung in diesen Bereichen eine lange Tradition, die jetzt endlich geschätzt wird. Um langfristige Effekte zu ermöglichen, dürfen künftig keinerlei Kürzungen im Wissenschaftsbereich vorgenommen und zugleich gute Bedingungen für Studierende ermöglicht werden, um den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft nicht nur bei Intel zu gewährleisten.“

Es gilt bei der Ansiedlung darauf zu achten, dass nicht nur Billiglohn-Jobs geschaffen werden. Zusammen mit Vertretungen von Arbeitgeber*innen und den Gewerkschaften müssen gute und sichere Jobs geschaffen werden, die die Beschäftigten effektiv vor Altersarmut schützen. Mitbestimmung und Tarifverträge sind wichtig für zukunftsfeste Arbeitsplätze. Faire Bezahlungen auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts schaffen solide Perspektiven für junge Menschen, dauerhaft nach Sachsen-Anhalt zu kommen!“

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