In Sachsen-Anhalt waren 90.600 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 1.100 weniger als im Mai. Vor einem Jahr sank die Zahl der Arbeitslosen von Mai auf Juni um 1.600. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,1 Prozent. Das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 1,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat. Der Corona-bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit von März bis Juni 2020 beläuft sich auf 19.000 Arbeitslose.

Wieder mehr Einstellungen – Arbeitgeber melden mehr freie Stellen 4.600 Menschen meldeten sich im Juni aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos. Das waren 1.400 weniger als im Vormonat und 200 weniger als im Juni 2019. Die meisten Arbeitslosmeldungen von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen aus dem Bereich wirtschaftliche Dienstleistung (660), gefolgt von der Zeitarbeit (640), dem Handel (600) und dem Verarbeitenden Gewerbe (600). Aus dem Gastgewerbe waren es 300. 4.200 arbeitslose Männer und Frauen fanden im Juni eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren 600 mehr als im Vormonat und 500 weniger als im Juni 2019. Die Arbeitgeber meldeten im Juni 4.600 neue Stellen, das waren 1.500 mehr als im Vormonat, ein Großteil geht auf den öffentlichen Dienst zurück. Außerdem sind die Branchen Arbeitnehmerüberlassung (900), Handel (400) sowie Gesundheit und Soziales (400) stärker vertreten.

Negative Effekte der Pandemie verlieren an Intensität „Die Momentaufnahme vom Juni zeigt, dass der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt auf die weitläufigen Erschütterungen durch die Corona-Pandemie eine unerwartet positive Entwicklung nimmt. Die Arbeitslosenzahlen sinken, nur die Gruppe der Langzeitarbeitslosen ist größer geworden. Die Arbeitgeber melden wieder mehr freien Stellen, die Beschäftigten in Kurzarbeit werden weniger. Wir befinden uns in einer Phase des vorsichtigen Abwartens, wie druckvoll die Wirtschaft wieder hochfahren kann, und wie sich die gesundheitliche Gesamtlage entwickelt. Die ersten Hochrechnungen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bilden den Monat April ab, also die CoronaHochphase. Deshalb verwundert es nicht, dass die Einschnitte insbesondere bei den Dienstleistungsbereichen wie dem Gastgewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung deutlich sichtbar sind“, erklärte Markus Behrens.

Im Juni 400 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit hat sich im Juni nach dem historischen Hoch im März und April weiter auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Im März bis Mai waren bei den Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt 22.500 Anzeigen auf Kurzarbeit. Dahinter standen 221.700 Beschäftigte. Im Juni gab es dagegen nur noch 400 neue Anzeigen für insgesamt 5.000 Beschäftigte.

Unterbeschäftigung wieder leicht gesunken In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit nicht als arbeitslos zu zählen sind. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Juni 2020 bei 124.000. Das waren 200 weniger als im Vormonat, aber 5.400 mehr als im Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 10,8 Prozent.

Grundsicherung („Hartz IV“) – weniger Leistungsberechtigte Im Juni haben 126 Selbstständige Anträge auf Grundsicherung neu bewilligt bekommen. Das waren 540 weniger als im Vormonat. Damit bezogen seit März insgesamt 2.300 Selbständige Grundsicherung. Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Juni 2020 insgesamt rund 143.900 erwerbsfähige Leistungsberechtige, das waren knapp 100 weniger als im Mai.

Ausbildungsmarkt – „neuer Jahrgang im Fokus der kommenden Monate“ Seit Oktober 2019 haben sich rund 8.400 junge Menschen bei den Arbeitsagenturen gemeldet, um in eine Ausbildung vermittelt zu werden. Das waren knapp 900 weniger als im Juni 2019. Demgegenüber haben Betriebe 10.800 Ausbildungsstellen bei den Arbeitsagenturen zur Besetzung gemeldet, das waren 800 weniger als vor einem Jahr. „Wir haben weiterhin einen deutlichen Überhang bei den Ausbildungsstellen, so dass junge Menschen in Sachsen-Anhalt gute Chancen haben, wenn sie offen für Alternativen sind und auch links und rechts von ihrer ersten Wahl suchen. Um dem abwartenden Verhalten bei ihren Mitgliedern entgegenzuwirken, werben die Kammern und Berufsverbände derzeit intensiv, den Auswirkungen der Corona-Krise zum Trotz Ausbildungsverträge abzuschließen. Wir unterstützen diese klugen Initiativen und stehen Auszubildenden wie Betrieben beratend zur Seite. Die vom Bund geschaffenen Möglichkeiten durch das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ werden wir nutzen, um die Fachkräfte von morgen zu sichern“, sagte Markus Behrens.

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