Am Donnerstag konnte der Betrug an einem 90-Jährigen Staßfurter vereitelte werden. Der Rentner hatte bereits vor einer Woche den ersten Anruf der Betrüger erhalten, in welchem er gefragt wurde, ob er nicht an einem Gewinnspiel teilenehmen möchte. Am Donnerstag hatte sich dann der vermeintliche Anwalt des Gewinnspiels gemeldet und ihm zum Gewinn über 50.000.-€ gratuliert. Alles soll so schnell wie möglich abgewickelt werden, der Rentner sollte dazu nur im NP-Markt GooglePlay – Gutschein im Wert von 1000.-€ kaufen. Der Anwalt wollte sich dann später noch einmal melden. Durch den scheinbaren Gewinn beeinflusst, hatte der Mann offenbar nicht darüber nachgedacht, dass es völlig unüblich ist, Gebühren mit Gutscheinen zu bezahlen. Also begab er sich in den NP Markt und wollte dort die Gutscheine im Wert von 1000.-€ erwerben. Zum Glück regierte die Kassiererin und fragte nach, was man denn mit so vielen Gutscheinen anfangen will. Anschließend informierte sie mit Zustimmung des Mannes die Polizei. Es wurde eine Anzeige wegen Betruges aufgenommen und ein klärendes Gespräch mit dem Rentner geführt. Später hätte sich der Betrüger wieder telefonisch gemeldet und die Aktivierungsdaten der Gutscheine abgefragt. Mit Herausgabe der Daten wäre der finanzielle Gegenwert direkt im Internet eingelöst worden und verschwunden.

Die Polizei weist in Anbetracht sich weiter häufender Betrugsfälle nochmals eindringlich darauf hin, dass gerade lebensältere Menschen immer wieder von Betrügern um ihre Ersparnisse gebracht werden. Dabei sind die Betrüger meist sehr redegewandt, versuchen im Telefonat bereits alle Zweifel auszuräumen und bringen die späteren Opfer dazu, an die Worte zu glauben. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe unseren Rentnern gerade in solchen Betrugsfällen zu helfen. Die Polizei leistet im Rahmen ihrer Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit gerade bei Senioren diesbezüglich Aufklärung. Gefordert ist allerdings auch die Familie, welche sich mit der Aufklärung der Eltern und Großeltern befassen sollte. Oder die Bankangestellte und Verkäufer von Gutscheinen, die aufmerksam reagieren können und sollen, wenn z.B. größeren Bargeldsummen abgehoben (Enkeltrick oder Schockanrufe) oder Gutscheinkarten (Gewinnversprechen) von älteren Menschen gekauft werden. Wenn diese Aufklärung funktioniert kann ein großer Teil dieser Betrügerei verhindert werden. Das Dunkelfeld in diesem Deliktsbereich dürfte dennoch relativ hoch sein, da sich die meisten Opfer über ihr Vertrauen und den Gutglauben, welche den Betrug schließlich erst ermöglicht haben, schämen und niemandem davon erzählen.

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