September 20, 2021

SAIN – Sachsen-Anhalt im Netz

www.SAIN.de – Nachrichten aus Sachsen-Anhalt

Sanierung des Gradierwerks in Bad Dürrenberg fast beendet

Am Montag begrüßte der Bürgermeister der Solestadt Bad Dürrenberg, Herr Christoph Schulze, den Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, Armin Willingmann, am Rathaus von Bad Dürrenberg. 

Anlass des Besuches war die baldige Fertigstellung für den Neuaufbau des circa 131 Metern langen Teilstückes des Gradierwerks in der Solestadt Bad Dürrenberg. Der Minister freute sich über die erneute Einladung: „Rund zweieinhalb Jahre nach der Übergabe des Förderbescheides im April 2019 erstrahlt Deutschlands längste zusammenhängende und noch funktionierende Gradieranlage schon in Kürze in neuem Glanz. Die Förderung von gut 1,9 Millionen Euro ist gerade mit Blick auf die Landesgartenschau 2023 gut angelegt. Die hoffentlich zahlreichen Gäste erwartet hier auf 636 Metern Länge und 12 Metern Höhe ein echtes Highlight. Besonders beeindruckt hat mich, dass der Eigenanteil der Stadt in Höhe von rund 200.000 Euro komplett durch Spenden finanziert wurde. Das zeigt, dass die Bad Dürrenberger und viele weitere Menschen voll hinter diesem Wahrzeichen der Stadt stehen.“ 

Herr Christoph Schulze ergänzt: „Ohne die Unterstützer und den Heimatbund, der diese Spendenaktion organisiert hat, wäre ein Wiederaufbau undenkbar gewesen.“ Das Querstück des Gradierwerkes wurde im Sommer 2019 zunächst abgerissen. Im Dezember 2020 konnte dann die Zimmerei Rödiger aus Bad Dürrenberg mit dem komplizierten Wiederaufbau beginnen. Die Firma Weise & Partner aus Bad Berka haben den notwendigen Schwarzdorn geliefert und die Felder gestopft. Von den ehemals fünf Gradierwerken sind heute noch die Gradierwerke I bis III mit ihren Verbindungsbauten im Kurpark ganz bzw. teilweise erhalten. Damit verfügt Bad Dürrenberg über die längste zusammenhängende und erhaltene Gradieranlage in Deutschland. Darüber hinaus besteht ihr einzigartiger Wert darin, dass die Gradiergebäude noch ihre weitestgehende Gestaltung des frühen 19. Jahrhunderts bewahrt haben. Im Vergleich zu allen anderen erhaltenen Gradierwerken wurden die in Bad Dürrenberg nie für die Anforderungen der Kurinhalation umgestaltet.

Die Authentizität gilt besonders für die hier noch erhaltenen, typisch sächsischen (Senffsche Bauart) und typisch altpreußischen Konstruktionsmerkmale (Colberger Bauart). Auch die Soleverteilungsanlagen auf den Gradierwerken stellen beachtliche technische Leistungen des 18./19. Jahrhunderts dar. Die Aufgabe der Gradierwerke bestand darin, die Sole zu reinigen und bis zur Siedewürdigkeit aufzukonzentrieren. Mit Hilfe von Pumpen wird die Sole auf das Gradierwerk gepumpt. Von dort fließt aus hölzernen Kästen die Sole über hölzerne Verteilerhähne in die Verteilerrinnen. Aus diesen Rinnen tropft die Sole an den Reisigwänden herab.