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Sachsen-Anhalt gibt Kulturgüter an Guatemala und Mexiko zurück

Nov 5, 2021

Das Land Sachsen-Anhalt hat heute in seiner Berliner Landesvertretung Kulturgüter an Guatemala und Mexiko zurückgegeben. Die insgesamt 13 Artefakte (Figuren, Vase, Teller sowie Teilstücke) wurden nach einer Information des vormaligen Besitzers auf einem Grundstück in Klötze in der Altmark entdeckt. Sie stammen aus der Zeit um 250 bis 850 n. Chr. und wurden wahrscheinlich von Raubgräbern verkauft.

Anlässlich der Übergabe sagte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff: „Der illegale Handel mit Kulturgütern ist zu unterbinden und muss bekämpft werden. Er darf sich nicht lohnen. Die heutige Übergabe soll auch die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema sensibilisieren. Wir müssen uns unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein. Denn der Fund hat auch gezeigt: Raubkunst ist ein Thema, das uns alle angeht; nicht nur die Wissenschaft und die Feuilletons. Raubgräberstücke und koloniales Raubgut liegen nicht nur in Museen und Archiven. Sie finden sich manchmal auch in unseren Kellern und auf Dachböden.“

Jorge Alfredo Lemcke Arevalo, Botschafter der Republik Guatemala, führte aus: „1945 begann der Staat Guatemala, in seinem obersten Gesetz das Verbot der Ausfuhr all jener Güter zu regeln, die sein kulturelles Erbe, sein Kulturgut, darstellen, und sie im Namen des Staates zu schützen und zu bewahren. Besondere Anerkennung gebührt denjenigen, die im Besitz dieser Artefakte waren und sich entschlossen haben, sie freiwillig zurückzugeben. Das gibt uns Hoffnung, dass auch andere Besitzer ähnlicher Stücke in Privatsammlungen diesen Weg einschlagen können.“

Der mexikanische Botschafter, Francisco Quiroga, hob hervor: „Mexiko ist den Behörden von Sachsen-Anhalt für ihren Einsatz zum Schutz und der Bewahrung von Kulturgütern zu tiefstem Dank verpflichtet. Diese Güter sind von hoher symbolischer und kultureller Bedeutung für die Identität und Geschichte unserer Länder. Die heutige Übergabe der beiden Stücke durch Ministerpräsident Dr. Haseloff ist ein herausragendes Vorbild für andere Regierungen in Deutschland und der ganzen Welt. Sie hat wegweisenden Charakter für alle, die mit diesen Gütern handeln und sie kaufen: das kulturelle Erbe eines Landes steht nicht zum Verkauf. Gebieten wir dem Handel mit Kulturgütern Einhalt, denn nur so können illegale Geschäfte, Diebstahl und Plünderungen unterbunden werden!“

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