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Lebensgefahr! – Jugendliche legen in Niederndodeleben in der Börde Gegenstände auf Gleise

Jul 8, 2021

Am Dienstagnachmittag, den 6. Juli 2021 wurde die Bundespolizeiinspektion Magdeburg gegen 17:00 Uhr durch die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn AG darüber informiert, dass sich am Bahnhof Niederndodeleben Kinder in den Gleisen aufhalten. Die Bahnstrecke wurde vorübergehend gesperrt.

Eine Streife der Bundespolizei fuhr sofort mit Blaulicht und Martinshorn zum genannten Bahnhof, konnte jedoch im genannten Gleis zunächst niemanden mehr feststellen. Die Befragung einer Gruppe Jugendlicher, die auf dem Weg zum Bahnsteig war, ergab, dass diese zuvor zwei andere Jugendliche gesehen hatten, die Gegenstände auf die Gleise gelegt, sich jedoch bei Erkennen der Bundespolizisten zügig entfernt hatten. Die Bundespolizisten belehrten die Gruppe Jugendlicher eindringlich über das Verhalten auf Bahnanlagen, beräumten die Holzstücke, Plastikflaschen und Konservendosen aus dem Gleisbereich und begaben sich zurück zur Dienststelle. Noch auf dem Weg dorthin erreichte die Streife erneut die Meldung, dass sich zwei Kinder auf Bahnsteig zwei des Bahnhofs Niederndodeleben befinden, die vorbeifahrende Züge mit Flaschen bewerfen.

Die Bundespolizisten machten kehrt und fuhren erneut zum Ereignisort. Dieses Mal unterstütze eine zweite Streife, die sich ebenfalls in der Nähe befand. Vor Ort konnte erneut nur die Gruppe Jugendlicher, die sich zuvor schon auf dem Bahnsteig aufhielt, festgestellt werden. Die Beamten stellten die Identitäten der Personengruppe fest, belehrten die Jugendlichen nochmals und verwiesen sie des Bahnsteiges, da sie keine erkennbaren Reiseabsichten hatten. Dabei gab eine Person an, die Wohnanschriften der beiden Jungen, die zuvor Gegenstände auf die Gleise gelegt hatten, zu kennen. Die eingesetzten Bundespolizisten fuhren daraufhin gemeinsam mit ihm zur ersten genannten Wohnanschrift und trafen die beiden Deutschen im Alter von 12 und 13 Jahren dort an. Ein vor Ort befindlicher Erziehungsberechtigter des 12-jährigen Jungen wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Die beiden Jungen gaben zu, die Gegenstände auf die Gleise gelegt zu haben. Der Zugbewurf konnte den Beiden, auch nach einer Befragung des meldenden Lokführers nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Die Jugendlichen sowie der Erziehungsberechtigte wurden durch die Beamten belehrt. Danach wurde auch der 13-Jährige zu seiner Wohnanschrift gebracht und dort mit einer Belehrung an eine Aufsichtsperson übergeben. Aufgrund der Gleissperrung kam es bei sieben Zügen zu insgesamt 161 Minuten Verspätung.

In diesem Zusammenhang weist die Bundespolizei erneut darauf hin: Bahnanlagen sind keine Spielplätze! Die Kinder begeben sich mit ihrem Handeln in Lebensgefahr. Die Züge nähern sich fast lautlos an und können je nach Windrichtung oft sehr spät wahrgenommen werden. Außerdem geht von den vorbeifahrenden Zügen eine enorme Sogwirkung aus, die ebenfalls zu gravierenden, wenn nicht sogar tödlichen Unfällen führen kann. Auch das Hindernis selbst kann eine erhebliche Gefahr darstellen, beispielsweise wenn es oder Teile davon bei der Überfahrt zur Seite fliegt und eines der Kinder trifft.

Des Weiteren kann es im schlimmsten Fall zu einer Entgleisung des Zuges, mit gravierenden Auswirkungen auf die Gesundheit oder sogar des Lebens für die Mitarbeiter der Bahn und der Reisenden im Zug, kommen. Die Bundespolizei bittet darum, dass Erziehungsberechtigte ihre Kinder wiederholt auf die Gefahren hinweisen. Kostenlose Flyer zu dieser Problematik werden gern zur Verfügung gestellt. Zudem wird sich eine Präventionsbeamtin der Bundespolizeiinspektion Magdeburg des Sachverhalts annehmen, mit den Kindern Kontakt aufnehmen und sie diesbezüglich noch einmal sensibilisieren.

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